Eine unserer Thesen zur Entwicklung der zukünftigen Mobilit?t: Es geht nicht nur darum, von A nach B zu kommen, sondern vor allem darum, wie. Der Weg ist das Ziel. Im Zeitalter des Multitasking wird die Zeit der Fahrt nicht nur zum Vorw?rtskommen genutzt, sondern auch zum Arbeiten, Relaxen, Socializen, etc. Die ?Premiumisierung“ macht auch vor der Mobilit?t nicht halt. Im Automobil-Segment ist das ein alter Hut. Jetzt ziehen ?V und andere Mobilit?tsformen nach.

Der Skybus in Madrid setzt auf ein Premium-Bus-Service. Premium wird dieses Bus-System durch sein Service und seine Ausstattung. Das Service funktioniert ?hnlich dem Anruf-Sammel-Taxi und erm?glicht die Abholung direkt vor Ort. Gefahren wird mit Kleinbussen, die mit einer hochwertigen Innenausstattung und WLAN punkten. Ein ?hnliches Service bietet Gutsi Express Commuting in London. Hier wird ein flexibles Abhol-Service in hochwertigen Fahrzeugen speziell für Pendler geboten. Und konkret mit einer besseren Lebensqualit?t geworben: ? GUTSi makes commuting a stress free and positive part of your day. [...] GUTSi enhances your life and gives you back precious time.“ Innovativ ist auch das Tarifmodell, das in Form einer Flatrate funktioniert. Ab 149 Pfund im Monat ist man dabei.

Wegzeiten zum Arbeiten zu nutzen, geh?rt schon dazu. Dafür braucht man Internet, und damit punktet seit ihrem Start auch die westbahn. Spezielle Business-Abteile bieten mittlerweile alle Zuggesellschaften. Einen Schritt weiter geht da Thalys, die zwischen Deutschland, Frankreich, Belgien und den Niederlanden verkehren. Sein LeSalon stellt ein eigenes Besprechungs- und Meeting-Abteil dar: ?Vier luxuri?se Sitze um einen Besprechungstisch machen den Bereich mit einer Garderobe, Steckdosen und WiFi-Anschluss* zu einem vollwertigen Arbeitsraum. [...] Cateringservice am Platz, [...] Bereitstellung internationaler Presse, Taxireservierung w?hrend der Fahrt etc.“ sind inklusive. Die gleiche Zielgruppe – Gesch?ftsreisende gemeinsam zu einem Ziel unterwegs – hat der Bustouristiker Spillmann. Spillman bietet einen eigenen Konferenz-Bus mit Konferenz-Tischen, Pr?sentations-Equipment, Internet und einer Bord-Bar zur Verpflegung.

Im Bereich der Flugreisen macht KLM vor, wie die Reisezeit besser genutzt werden kann. Im KLM Meet and Seat-Programm kann man sich seinen Sitznachbarn aussuchen – und zwar auf Basis seines Social-Media-Profils. Man kann auch einen überblick darüber bekommen, welche Leute auf dem Flug unterwegs sind und wo sie sitzen. Das Ganze provoziert eine ganze Menge Skepsis (wer es genau andersrum will, kann sich bei Air New Zealand einen freien Nachbarsitz wünschen), aber KLM hat in den vergangenen Jahren seine Innovationsf?higkeit und Experimentierfreude bewiesen: sehr oft ging die Rechnung auf. Die Meldung über den Flug, den ein DJ ausschlie?lich über Twitter-Follower chartern konnte, hatte mit Sicherheit mehr PR-Wert als jede klassische Werbung. In KLM Tile&Inspire rief man Facebook-User auf, sich in ihrem Profil-Bild in traditioneller Delftware-Montur zu zeigen. 4.000 Profil-Bilder wurden ausgew?hlt und auf die Au?enhaut einer Boeing 777 gedruckt. Also dürfen wir gespannt auf die Erfahrung mit Meet and Seat warten. Zuletzt wurden zus?tzliche Strecken angeboten, aber ein ausführlicher Erfahrungsbericht findet sich noch nicht im Netz.

Auf die Premium-Schiene setzt seit Anfang des Jahres auch Sixt mit seinem MyDriver-Service. In 11 deutschen St?dten und Wien gibt es das Fahrer-Service, das Luxuslimousinen und einen Chauffeur per App zu Preisen, die durchaus mit Taxi-Tarifen konkurrenf?hig sind, zur Verfügung stellt. Ein ganz anderes Lifestyle-Service bietet Fleurette Kids in Ottawa/Kanada. Fleurette Kids ist ein Fahr-Service für Kinder. Damit kann man einerseits seine Kinder von Freund zu Ballet zum Tennis chauffieren lassen. Andererseits darf man den Fahrer auch darum bitten, dass die Kinder auf dem Weg auch noch verpflegt und bespielt werden.