Vor einigen Wochen ist uns das hier untergekommen: Im Rahmen des Salone del Mobili, der renommierten Mailänder Möbelmesse*, stellte BMW ein paar Sitzinseln aus: Selbstbewusst sollten sie das Gefühl, dass man bei der Fahrt mit einem BMW hat, widerspiegeln: nämlich vor allem ruhig. So luden die Sitzinseln mit Titel „Quiet Motion“ auch zum Ausruhen ein. Sprich: Das Lebensgefühl in einem BMW zu fahren ist so entspannend, dass man es auch außerhalb des Autos nicht missen soll.

Als Lifestyle-Designer haben Automobilhersteller in der Tat langjährige und viel Erfahrung. Da geht viel Liebe ins Detail – bis hin zum Sounddesign oder Modellieren des perfekten Geruchs eines neuen Autos. Kein anderer Lebensbereich erfuhr so viel Design und Optimierung bis ins letzte Detail. Man stelle sich vor, unsere Arbeitsplätze würden mit ähnlich viel Aufwand geplant und gestaltet. Oder unsere Wohnungen und Häuser: Jeder Häuselbauer oder Käufer einer Eigentumswohnung würde sich wünschen, wenn sich jemand mit ähnlich viel Energie, Know-How und Finesse an die Ausstattung und Umsetzung gemacht hätte.

Dieses Know-How soll sich nicht auf die Automobilität zwischen A und B reduzieren. Und Marken wir Porsche-Design machen das in einer Reihe von Lebensbereichen erfolgreich vor. Mazda wendet sein Design-Prinzip Kodo auch auf Möbel an, die ebenfalls in Mailand zu sehen waren. Das Peugeot Design Lab zählt neben einer Reihe von Konzept-Fahrzeugen unter anderem auch Spielzeuge und ein Klavier zu seinem Portfolio. Sein jüngstes Projekt ist das Surfboard GTI, das sich ganz klar an den Qualitäten der Sportwägen von Peugeot orientiert, und dabei die Wurzeln des Surfens ebenso würdigt. Da kommen High-Tech-Materialien genauso zum Einsatz wie natürliches Holz. Das Ergebnis lässt sich sehen.

Komisch hingegen wirkt hingegen Fiats Versuch, seinen Fiat 500 als Inspiration dienen zu lassen. In Kooperation mit SMEG wurde ein Kühlschrank entwickelt. Hier wurde die Herausforderung „Kombiniere Auto mit Kühlschrank“ ziemlich straight-forward und ohne unnötige Abstrahierungen, u. ä. angegangen.

Unter der Motorhaube eines Miniatur-Fiat-500-Rumpfes findet sich dann Wurst und Käse. Irgendwie bleibt da Style und Lebensgefühl auf der Strecke. Dann lieber doch die Porsche-Küche P’7340 von Poggenpohl. Die ist zwar explizit für den Mann designt. Aber auch als Frau kann man sich ja „kompromisslosen Designs“ und der „Ästhetisierung des Alltags durch Intelligenz und Reduktion“ erfreuen.

*Ein ausführlicher Bericht über andere Specials, die sich Automobilhersteller für die Mailänder-Möbelmesse ausgedacht haben, findet sich hier.